Ziemlich beste Freunde – verstehen sich die Generationen ein bisschen zu gut?

Mein Text aus einem BRIGITTE-Dossier, Oktober 2017

Harmonie zwischen den Generationen macht Loslassen für beide Seiten schwer. Wenn 20-somethings noch zu Hause wohnen und erwachsene Mutter-Tochter-Duos Klamotten tauschen – Grund zur Freude oder Grund zur Sorge?

Es ist Sonntag, ein strahlender Tag in Berlin, als die Nachricht ihrer Tochter auf dem Handy aufpoppt: „Hey Mama, Lust auf einen Bummel im Schlosspark?“ Mama nimmt das Telefon und beginnt zu tippen: „Sorry, Schatz, ich kann nicht, ich hab ein Date.“ Und fragt sich gleichzeitig: Ist das nun rührend oder auch befremdlich, wenn sich ihre 22jährige an einem solchen Tag nichts Schöneres vorstellen kann, als mit Mama spazieren zu gehen? Marie wiederum ist gerade mit einer Freundin unterwegs, die ganz neidisch aufs Display schielt: „Du hast es gut, ich wünschte, meine Mom wäre auch so unabhängig.“

Maries coole Mom heißt Gerlinde Unverzagt, Autorin, alleinerziehend, vier Kinder in den Zwanzigern. Als Marie, die Zweitjüngste, nach einem Auslandsaufenthalt ganz selbstverständlich wieder ihr altes Kinderzimmer bezog, fing Unverzagt an, sich Gedanken zu machen über das Verhältnis zwischen Jüngeren und Älteren. Länger zusammen wohnen, häufiger zusammen feiern, sich gegenseitig T-Shirts leihen – ist das nur die logische Fortsetzung einer liebevollen Kindheit? Oder ist doch irgendetwas faul an dieser Harmonie? In ihrem aktuellen Buch („Generation ziemlich beste Freunde – warum es heute so schwierig ist, die erwachsenen Kindern loszulassen“, Beltz, 16,95 €) hat sie Fragen und Antworten zusammengetragen, Tochter Marie einige Kapitel aus ihrer Sicht ergänzt.

Sicher ist: Erwachsene Kinder und ihre Eltern stehen sich heute näher denn je – und das auf vielen Ebenen. Zum einen räumlich: War 1970 jeder Zweite im Alter von 20 Jahren zu Hause ausgezogen, lebt heute jeder Dritte in der Altersgruppe 25 bis 34 immer noch oder wieder im Elternhaus – zwei Drittel davon Männer. Das hat zum Teil praktische Gründe: Warum explodierende Großstadt-Mieten für WG-Zimmer oder Appartement auf sich nehmen, wenn man’s zu Hause billiger haben kann, inklusive Wäsche-Service und Catering made by Mama? Dazu kommen gestiegene Ansprüche. Unverzagt erinnert sich: „Ich habe mit Anfang 20 in einem besetzten Haus gewohnt, mit Apfelsinenkisten als Möbeln. Meine Kinder erwarten zum Auszug Power-Shopping bei Ikea!“

Das passt zum Befund der aktuellen Shell-Jugendstudie, die jungen Erwachsenen das Label „pragmatische Generation“ verpasst – aber es geht nicht nur um nüchterne Kosten-Nutzen-Abwägung. 90 Prozent aller Jugendlichen geben an, sie hätten ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern. Eine Mehrheit wie auf DDR-Parteitagen. Fast drei Viertel würden ihre eigenen Kinder so erziehen, wie sie es selbst erlebt haben, ein Wert, der seit Anfang der Nuller Jahre stetig gestiegen ist. Andere Sozialwissenschaftler kommen zu ähnlichen Ergebnissen. Laut einer Untersuchung der TU Chemnitz bespricht jede zweite junge Frau regelmäßig persönliche Dinge mit ihrer Mutter.

Wer den nackten Zahlen misstraut, muss nur mal bei einer beliebigen TV-Casting-Show einschalten: Kaum etwas wird so tränenreich inszeniert, wie wenn Mama und Papa im Model- oder Musiktrainingscamp zu Besuch kommen. Ein verwunderliches Ritual für alle, die in den Achtzigern und Neunzigern jung waren: Da wäre man eher im Boden versunken, als vor laufender Kamera den Alten um den Hals zu fallen. Aber damals wäre Eltern auch weder auf die Idee gekommen, Zehnjährige auf dem Schulweg zu begleiten und Erstsemester-Studenten zur Studienberatung – beides heute gang und gäbe.

Möglicherweise ist die neue Nähe auch Ausdruck des Zeitgeistes, der Renaissance des Wir-Gefühls. Ob „Public Viewing“, „Sharing Economy“ oder skandinavische „Hygge“-Gemütlichkeit: Anders als in früheren, mega-individualistischen Zeiten sehnen wir uns in der wackligen Welt von heute generationenübergreifend nach Zusammengehörigkeit, Berechenbarkeit, Beschaulichkeit. Es mag Zufall sein oder auch nicht, dass die Anzahl der erwachsenen Kinderzimmer-Bewohner seit den frühen Nuller Jahren rasant angestiegen ist – dem Zeitpunkt, als das Nine-Eleven-Attentat eine Zeitenwende markierte, von der Spaßgesellschaft zum neuen Bedrohungsgefühl. Unverzagt findet das Zusammenrücken nachvollziehbar, sieht es aber trotzdem kritisch: „Das Wort ‚Familie’ hat heute einen unangenehmen Pathos bekommen. Da schlagen konservative Werte mit voller Wucht zurück.“

Überhaupt gibt es einiges an der aktuellen Entwicklung, das Gerlinde Unverzagt Bauchschmerzen bereitet. Nicht mal so sehr die Bequemlichkeit der Jüngeren, mehr noch die Bedürftigkeit der Älteren. „Kinder haben ist für viele Menschen heute ein zutiefst narzisstisches Projekt geworden“, glaubt Unverzagt. Sie selbst sei als Kind eher „so mitgelaufen“, während Kinder und Jugendliche heute gewissenhaft gefördert würden – vom Zwergen-Musikkurs bis zum „Gap Year“ in Südostasien nach dem Abitur. Eine Investition, von deren Früchten man dann auch profitieren möchte. Das muss gar nicht so weit gehen wie bei den Society-Müttern der New Yorker East Side, die von ihren Ehemännern finanzielle Boni für Schulnoten der Teenager erhalten. Als wäre das Kind ein Investment-Fonds und sein Erfolg eine mütterliche Management-Aufgabe. Auch ganz durchschnittliche Mittelklasse-Teilzeitjob-Mütter in Deutschland seien nicht immun gegen diese Schräglage, glaubt Unverzagt: „Obwohl die weibliche Berufstätigkeit heute viel verbreiteter ist als noch vor einer Generation, betrachten Frauen vor allem ihre Kinder als sinn- und identitätsstiftend – und ertragen es dann nicht, wenn an diesem zentralen Punkt eine Leere entsteht.“

Denn dann müsste man sich ja unangenehmen Fragen stellen: Wie steht’s um meine Partnerschaft? Was macht mein Leben sonst noch aus? Oder, verschärft noch bei Alleinerziehenden: Wie gehe ich mit dem Gefühl des Verlassenseins um? Des sichtbaren Älterwerdens? Die Alternative ist verlockend: erwachsenen Kindern zu Hause alle Annehmlichkeiten bereiten, inklusive gemeinsamer Partys und Fernsehabende plus launiger WhatsApps zwischendurch, und daraus die Gewissheit ziehen: Hey, ich bin vielleicht 30 Jahre älter, aber innerlich genau so jung und cool! Der Satz einer Single-Mutter aus einer TV-Doku ist Unverzagt besonders unangenehm im Gedächtnis geblieben: „Mein Sohn ist der Mann meines Lebens – eine solche Aussage grenzt für mich an emotionalen Missbrauch!“

Die Psychotherapeutin und Entwicklungspsychologin Christiane Wempe aus Ludwigshafen sieht die Dinge ähnlich wie Unverzagt – allerdings weniger dramatisch. „Dies Nicht-Loslassen-Können, diese Rollenumkehr, das betrifft eher ein bestimmtes, großstädtisches Bildungsmilieu, nicht die Gesellschaft als ganzes. Generell kann man aber sagen: Ablösungsprozesse sind heute etwas stärker gepuffert, nicht mehr so radikal.“ Das hat zum einen mit modernen Medien zu tun: Wenn man vor 20 Jahren halbherzig versprach, auf Interrail-Tour einmal die Woche eine Telefonzelle aufzusuchen, sind heute Eltern per Messenger-Dienst täglich im Bilde, was Mäuschen in Jakarta oder Hanoi gefrühstückt hat. Die Mütter genauso wie die Väter, die heute oft sehr viel mehr Anteil nehmen am Alltag ihrer Kinder. Aber auch Lebensläufe sind weniger planbar. Abi mit 19, Zivildienst, Studium plus WG-Zimmer – das ist total Neunziger. Moderne Geschichten klingen eher so: Abschluss mit 17, ein Jahr Work-and-Travel, mit 18 erstmal wieder zurück nach Hause und um einen Studienplatz bewerben. Die Wohnsituation allein ist für Christiane Wempe kein Gradmesser für Autonomie: „Wir haben in einer Studie über den Auszug aus dem Elternhaus sowohl Befragte gehabt, die bei ihren Eltern wohnen, aber selbständig ihre Angelegenheiten regeln, als auch solche mit eigener Wohnung, deren Mütter dort wöchentlich zum Putzen vorbeikamen und andere Dinge regelten. Wer von denen ist erwachsener?“

Einig sind sich alle Experten: Innere und äußere Unabhängigkeit sind ein wichtiger Entwicklungsschritt für die Jüngeren – genau so wie das Loslassen für die Älteren. Dass das ein schmerzhafter Prozess sein kann, so wie jede Veränderung, bestreitet keiner. Oft sind es kleine Rituale, die den Übergang erleichtern. „Als mein ältester Sohn auszog, hatten wir im ersten halben Jahr eine Verabredung: Ein Mal pro Woche kommen alle gemeinsam zum Essen.“, erinnert sich Unverzagt. Vor allem aber empfiehlt sie Eltern, sich beizeiten mit dem auseinander zu setzen, was unabwendbar vor ihnen liegt: „Dort, wo Kinder sich aus dem eigenen Leben zurückziehen, die Freiräume mit eigenem aufzufüllen – das ist eine gute Vorübung.“ Fängt an beim ersten Kneipenbummel nach Ende der Baby-Stillzeit, geht weiter mit dem ersten Urlaub ohne Kinder, wenn die lieber auf Partytour nach Spanien wollen als auf Kulturreise ins Baltikum. Eine Leere, ja – aber eine, die Platz bietet für neue Inhalte: wieder Zeit haben für den Partner, Gas geben im Job, Freiräume für Freundschaft, Hobbys, Reisen. Schließlich sei es etwas fundamental anderes, ob eine Liebesbeziehung zerbricht oder ein erwachsenes Kind flügge wird, findet Unverzagt: „Die Tochter, der Sohn geht – und liebt uns trotzdem weiter.“

Marie, übrigens, bewirbt sich gerade um einen Studienplatz. Die Fachrichtung ist klar, der Studienort noch nicht. Mit einer Ausnahme: Berlin, findet Marie, geht gar nicht.

 

Herbstgeblätter: neues aus dem 40-something-Blog

Blick aufs Blog: Was machen eigentlich die drei 40-somethings Silke, Esther und Verena im Spätsommer und Herbst 2017? Der Reihe nach: Silke kocht Kürbissuppe und lässt sich graue Haare wachsen (oder auch nicht?), Esther führt gute Gespräche im Auto und fliegt in die Emilia Romagna, und Verena beendet ihren Roman mit einer Chaosreise nach Sizilien. Schaut doch mal wieder vorbei!

 

Unser Motto für 2017 (c) Verena Carl

Was auf die Ohren, Volume II: Schlau wie Vier jetzt in Ägypten und auf dem Mars!

Wie lebten eigentlich die Menschen im Alten Ägypten? Wie fühlt es sich an, mit neun Jahren zum Pharao gekrönt zu werden? Warum bezeichnen wir den Mars als den Roten Planeten, und was passiert, wenn man im Raumanzug zu hüpfen beginnt? In den beiden neuesten Folgen unserer Hörspielserie Schlau wie Vier, ausgedacht und getextet von meiner Co-Autorin Alex Frank vom Kindermedienbüro und mir, beantworten wir mit Hilfe zweier spannender Geschichten – und natürlich mit Hilfe unserer Helden Pia, Lisa, Tobi und Samir! – wieder jede Menge Kinderfragen zu Themen, die Kinder im Grundschulalter wirklich interessieren. Aufgepasst, jetzt kommen wir – und wir sind schlau wie Vier! Erschienen sind die neuen Folgen (als CD und MP3-Download) im September 2017. Und natürlich geht’s auch 2018 weiter mit der klugen Clique: Geplant und teils auch schon produziert sind Folgen zum Thema Delfine, Mittelalter und zu weiteren spannenden Wissensgebieten.

Polyamorie: In guten wie in guten Zeiten

Alle miteinander haben sich ganz lieb, jeder ist für sich selbst verantwortlich, reden hilft: Der Gesellschaftstrend „Polyamorie“ klingt nach einem Märchen für Erwachsene. Ich fürchte: Genau das ist es auch. Geht das nur mir so?, frage ich mich in der BRIGITTE im Mai 2017

 Wenn ein Angebot zu gut klingt, um wahr zu sein, ist daran meistens etwas faul. Das gilt für 19-Euro-Flugtickets genau so wie für die Polyamorie. Sie wissen auch nicht so ganz genau, was das ist? Laut Wikipedia geht es um die Idee, „mehr als einen Menschen zur gleichen Zeit zu lieben, mit Wissen und Einverständnis aller Beteiligten, als langfristig und vertrauensvoll angelegte Beziehung.“ Also: ein bisschen Woodstock, ein bisschen Sharing-Economy. Der „Spiegel“ feierte offen geführte Mehrfach-Lieben kürzlich gar als feministische Erfolgsgeschichte. Seitdem frage ich mich ständig: Wo ist der Haken? Denn irgendeinen haben sie ja alle, diese super-duper-sorglos-Angebote. Die billigen Flugtickets gelten nur am 31. Februar morgens um halb vier one-way. Und die Polyamorie? Mag funktionieren. Aber nur für Menschen, die halbwegs jung, halbwegs schön, halbwegs kinderlos, halbwegs gesund und krisenfrei sind.

Ich glaube nämlich nicht nur, dass immer einer mehr leidet, je schwereloser der andere von Blüte zu Blüte hüpft. Ich frage mich vor allem, wie tragfähig so eine Mehrfachbeziehung wird, wenn’s hart auf hart kommt. Wenn das luftige Liebes-Ideal auf dem Boden der Tatsachen landet. Kein Problem, so lange alle tiefenentspannt durchs Leben gehen: Der Ben wacht morgens um zehn in Julias Single-Appartement auf und frühstückt um elf bei der Geli Croissants mit Erdbeermarmelade, ganz ohne Eifersucht und Heimlichkeiten. Aber was, wenn die Geli am Freitag eine fiese Wurzelbehandlung hat, Julia aber mehr Lust auf eine Spritztour ins Romantik-Hotel? Wenn Julia ein Baby bekommt – schläft Ben bei seiner Alternativ-Liebe, weil da die Nächte ruhiger sind? Und wenn Ben seinen Job verliert: Machen dann beide Frauen Schluss? Weil negative Vibes das gute Feeling ruinieren, und Trips ins Romantik-Hotel nicht vom ALG II zu bezahlen sind? Oder legen Geli und Julia fürs Dreierzimmer zusammen? Das ist für mich der größte Minuspunkt des Ich-liebe-euch doch-alle-Ideals: Schwach sein ist nicht. Jedenfalls nicht für länger.

Klar, auch in gewöhnlichen Zweierbeziehungen klappt das nicht immer mit den guten und den schlechten Zeiten. Egal ob verheiratet oder nicht, homo oder hetero. Es gibt Männer, die gehen während der Krebs-OP ihrer Frau zum Segeln, und Frauen, die ihre Zuneigung an den Gehaltszettel oder den BMI ihres Lebensgefährten koppeln. Aber dann weiß man wenigstens: Das ist wohl nicht der Mensch, auf den ich mich im Leben verlassen sollte. In anderen Fällen tut es der Liebe sogar gut, wenn sie kein allzu bequemes Schlupfloch hat. Wenn einen nicht nur luftiges Gefühl bindet, sondern auch das Kind, die Eigentumswohnung, die gemeinsame Firma, dann ist man doch eher bereit zu bleiben, zu streiten, bestenfalls aneinander zu wachsen. Ja: das hat mit Abhängigkeit zu tun, das ist anstrengend. Aber auch Mehrfach-Beziehungen sind ja kein Ponyhof, sie zerren nur anders an den Nerven. Liebe gerecht verteilen, Bedürfnisse abwägen: ein emotionaler Vollzeitjob. Und es gibt Phasen im Leben, da möchte ich nicht dauernd verhandeln, sondern mich einfach mal fallen lassen. Zu wissen, dass einer mich auch mit unrasierten Beinen liebt; zurücklieben, auch wenn er nicht jeden Abend Energie hat für tiefe Talks: Das ist wirklich mal ein Angebot, das ich nicht ablehnen kann.

 

Was Journalisten über meine Bücher schreiben

Pressestimmen zu „Irgendwie irgendwann“

Ein vergnüglicher, mit Nadelstichen versehener 80er-Jahre-Roman
(Bild am Sonntag, 10.8.08)

Verena Carl schildert (…) facettenreich und flüssig. Sie leuchtet den zeitgeschichtlichen Hintergrund, die Schauplätze und deren meist links-alternatives Personal akribisch aus und beschreibt mit Verve und einem Humor, dessen angenehme Trockenheit der Geschichte sympathische Schwingungen verleiht.
(literaturkritik.de)

Geschickt und amüsant verknüpft Carl die Katastrophe des Erwachsenwerdens mit der Apokalypse, vor der Freiburgs links-alternative Szene eine beinahe hysterische Angst entwickelt: Warum für die Schule lernen, wenn morgen alle Atomwaffenarsenale in die Luft fliegen können? (…) Mixkassetten, Kerzen in Flaschen, die auf Kneipentische tropfen, Nena, Orwells „1984“, der erste CD-Player – ein Vergnügen ist das Buch insbesondere für alle, die tief in die 80er eintauchen wollen.
(Hessisch-Niedersächsische Allgemeine, 28.3.08)

„Irgendwie Irgendwann“ ist ein sensibel und smart geschriebener Coming-of-Age-Roman, der die 80er-Jahre als Folie nutzt, auf der familiäre Dramen fast beiläufig miterzählt werden.“
(Hamburger Abendblatt, 26.3.08)

Friedensdemos und Liebeskriege – Verena Carl erzählt authentisch und mit umwerfender Tragikomik. Es schadet kein bisschen, dass sie unterhalten will, und badische Mundart, zeigt sich, passt zu den 80ern wie Hennarot zur schrumpelnden Malerin.
(Focus, 17. März 2008)

Super Retro-Roman über die 80er, dessen atmosphärischer Stil nicht von gestern ist.
(petra, März 2008)

Verena Carl […] schreibt authentisch vom Erwachsenwerden in einer (Frauen-)bewegten Zeit.
(Freundin, 16. Januar 2008)

Witzige Zeitreise in die 80er, die Ära von Latzhosen, Anti-AKW-Aufklebern und Frischkornbrei. Alle sind friedensbewegt und ökologisch engagiert…
(Maxi, März 2008)

Mit vielen ‚Kenn ich auch‘-Momenten!
(jolie, April 2008)

Verena Carl lässt ein ganzes Jahrzehnt wieder auferstehen, in dem die Angst vor einem Atomkrieg größer war, als keine Lehrstelle zu finden. ‚Irgendwie, Irgendwann‘ ist kein Action-Roman, in dem viel Spektakuläres passiert. Und trotzdem sind die 300 Seiten von der ersten bis zur letzten Seite spannend, weil das Erwachsenwerden der Hauptfigur so echt und lebendig erzählt wird.
(SWR1, 29. Februar 2008)

Schweigen für den Frieden, strickende Männer, Bhaghwan-Jünger: Verena Carls 80er-Jahre-Panorama ist skurril, witzig und einfach hinreißend.
(Für Sie, 5. Februar 2008)

…wirkt die Hauptfigur in ihrer Erzählhaltung authentisch und sympathisch. Verena Carl beschreibt eine noch nicht allzu ferne Zeit und ihre Erscheinungen konsequent aus dem Winkel eines heranwachsenden Kindes und entlarvt sie so ein ums andere Mal. […] Der leichte Bildungsroman eines Mädchens mit Haut- und Gewichtsproblemen wird letztlich zu einer ungemütlichen Analyse des Verfalls […] Der bittere Nachgeschmack macht den Roman zu einer Urlaubslektüre mit Mehrwert.
(Badische Zeitung, 22. Februar 2008)

Eine amüsante, authentische Zeitriese in die friedensbewegten, ökologisch korrekten 80er aus Teenager-Sicht.
(Glamour, 5. Februar 2008)

…kann man hier herrlich in Erinnerungen schwelgen –
(bücher, Februar 2008)

…mischen sich Elemente der klassischen Coming-of-age-Geschichte mit grotesk-komischen Reminiszenzen an ein ziemlich widersprüchliches Jahrzehnt.
(Szene Hamburg, März 2008)

Einfühlsam, fesselnd und mit feinem sprachlichen Geschick, berichtet Carl darin von den Wirrungen der ersten Liebe in Zeiten von Anti-Atomkraft-Demos, Strickpullovern und nuklearer Bedrohung und lässt dabei ein ganzes Jahrzehnt aufleben, in dem Twix noch Raider hieß und Achselbehaarung als schick galt.
(chilli, März 2008)

Dieses neongrüne, aber nie oberflächliche Buch ist perfekter Badewannenstoff.
(blond magazine, März 2008)

…zwischen Anti-Atomkraft, Bio-Möhren und Latzhosen entspinnt Carl eine lebendige Geschichte.
(Bielefelder, März 2008)

Verena Carl erzählt ihre Geschichte ruhig, unaufgeregt, mit bisweilen trockenen Witz und nie mit zu großer Geste.
(ultimo – Stadtmagazin Bielefeld Münster, 18. Februar 2008)

Pressestimmen zu „Wer reinkommt, ist drin“

Verena Carl, 1969 in Freiburg geboren und aufgewachsen, hat selber in München studiert und lässt die Zeit, als Normalsterbliche keine Chance hatten, am Türsteher der Edeldisco P 1 vorbeizukommen und nur wenige privilegierte Studis einen PC auf dem Schreibtisch stehen hatten, aufscheinen. Das weckt nostalgische Gefühle und ist recht kurzweilig zu lesen – vor allem, wenn man sich ein wenig in München auskennt.
Badische Zeitung, 2.3.2012

„Wer reinkommt, ist drin“ transportiert das Lebensgefühl Heranwachsender aus einer Zeit, die nur zwanzig Jahre zurückliegt, doch aus heutiger Sicht ewig weit entfernt scheint und so nicht mehr vorstellbar ist. Verena Carl karikiert glänzend die Schnittstelle zwischen der analogen Welt mit Schreibmaschine und Festnetztelefon und der heutigen digitalen Welt mit Internet und ständiger Erreichbarkeit, was einige Schmunzler beim Leser hervorrufen wird. Diejenigen Menschen, die bereits mit Handys aufgewachsen sind, werden hingegen Probleme damit haben, zu verstehen, warum ein Date mit Candlelight-Dinner aufgrund einer unangemeldeten Verspätung scheitern könne. Schließlich hätte man doch mit einer SMS kurz Bescheid geben können, oder?
literaturmarkt.info, 27.2.2012

Verena Carl erzählt leicht und locker, ohne ins allzu Seichte oder Kitschige abzurutschen. Gerne erinnert man sich mit ihr an die vielen Attribute jener Epoche und schwelgt für eine kurze Zeit wieder im damaligen Gefühl der Leichtigkeit des Seins. Schnell erkennt man aber auch die Geschichten wieder, die klarmachen, wie zerbrechlich Lebensträume sind, und wie oft eine Chance nur durch den Zufall bestimmt wird. Das Buch ist sehr auf die persönliche Ebene seiner Figuren ausgerichtet, es ist ganz sicher kein politisch motiviertes. Und dennoch – ist es nicht gerade das Fehlen der politischen Diskussionen und Intentionen, die entlarvend sind für diese Zeit? Gerade heute kommt man bei der Lektüre nicht umhin, sich zu fragen, ob vieles von dem Chaos, der Nicht-Bereitschaft zu Verantwortung nicht auch in diesen schaumschlagenden 90er Jahren begründet liegt.
www.literaturzeitschrift.de, 23.2.21012

Verena Carl erzählt aus einer Zeit, die sie selbst erlebt hat, locker, humorvoll und mit einem Schuss Wehmut.
Lilo Solcher, Augsburger Allgemeine, in ihrem Blog „Lilos Reisen“, Februar 2012

Verena Carl unternimmt in ihrem neuen Buch ‚Wer reinkommt ist drin‘ einen Zeitsprung in die 90er Jahre, als Pasta noch Nudel hieß, Rucola noch nicht schick war und man nichts dabei fand, den Cappuccino mit Sahne zu trinken….Begegnungen zwischen Deutschland-West und Deutschland-Ost, mit viel Empathie für die Protagonisten und einer gehörigen Portion Humor.
Heidenheimer Neue Presse, 11.2.12

Reichlich Epochenattribute, die dem Leser die Erinnerung an die seltsam indifferenten 90er Jahre erleichtern, fügt Verena Carl zur meist leichten und lockeren Lektüre. Ihre unterhaltsame Figurenkonstellation, die nicht im Seichten verharrt, sondern durchaus Brüche bietet und eine überraschend konträr zueinander verlaufende Entwicklung nimmt, eignet sich nicht nur bestens als Badewannenlektüre, sie wäre auch ideal zur Verfilmung geeignet.
Hamburger Abendblatt, 9.2.2012

Pressestimmen zu „Mantramänner“ (unter Janna Hagedorn)

Mit Mantra-Männer legt die Hamburger Journalistin und Autorin Janna Hagedorn einen kurzweiligen und unterhaltsamen Roman vor, der mit einem Augenzwinkern die Yoga-Szene aufs Korn nimmt.
(Visionen, Juli 2011)

Angriff auf die Lachmuskeln!
(Sat 1 Nord, 26.4.2011)

Lustig, romantisch, aus dem Leben gegriffen
(Mopo, 28.4.2011)

Leichte Kost, amüsant – egal, ob man Yoga praktiziert oder nicht
(Nordkurier, 4.5.2011)

Unbedingt lesen. Schließlich kann nicht nur Yoga, sondern auch Lachen herrlich entspannen!
(Bella, März 2011)

Gute-Laune-Roman mit vielen amüsanten Verwicklungen
(Tina, 30.3.11)

Hagedorn schreibt pfiffig und flott und nimmt dabei das ganze Yoga-Getue ordentlich aufs Korn – nicht ohne klarzumachen, dass die indische Bewegungsschule ein seriöser Weg ist, im Leben zufriedener zu werden
(HNA, 5. 3. 11)

Ein Spiel mit Klischees – herrlich!
(Lea, Februar 11)

Mantramänner lebt von Situationskomik, einem Quäntchen Tiefgang – und macht richtig Lust auf Yoga!
(BZ Berlin, 20.3.11)

Lange nicht mehr so gelacht!
(Grazia Magazin, 24.2.11)

Mein Leben – to be continued

Geboren bin ich an einem kalten Dezembertag im Jahr 1969 – ein wenig zu früh, so heißt es. Ich nehme an, dass ich mir die Sixties nicht so ganz entgehen lassen wollte. Meine Siebziger- und Achtziger-Jahre-Kindheit inklusive Schlaghosen und asymmetrischen Haarschnitten verbrachte ich in Freiburg, zog 1989 zum Studium nach München und verpasste so prompt fast den Mauerfall, weil ich am 9. November noch keine Fernseher besaß. 1994 schloss ich mein Studium (BWL mit Schwerpunkt Touristik) an der FH München mit Diplom ab, um danach endlich das zu tun, was ich eigentlich immer wollte: schreiben. An der Deutschen Journalistenschule lernte ich mein Handwerk und fing nach dem Volontariat bei der Münchner Abendzeitung und beim Reisemagazin Holiday (Burda Verlag) auch dort als Redakteurin an. Nachdem „Holiday“ 1997 eingestellt wurde, arbeitete ich bis 1999 freiberuflich für verschiedene Redaktionen (Globo, freundin, Marie Claire etc.), entdeckte parallel erst meine Begeisterung für Slam Poetry und dann fürs Bücherschreiben und schrieb an meinem ersten Roman. Das Milenniums-Silvester verbrachte ich bereits in Hamburg – eine Stadt, in der ich meine Wahlheimat fand, nicht erst, als ich später dort heiratete und zwei echte Hamburger Kinder zur Welt brachte. In den ersten Jahren in Hamburg arbeitete ich fest angestellt (zunächst bei Fit for Fun, später bei der „Petra“), um mich dann 2004 ein und für alle Mal selbständig zu machen. Auch deshalb, weil ich nur so meine vielfältigen Interessen vereinen kann: Journalismus, Roman, Kinderbuch, Hörspiel. Als Journalistin hat sich mein Focus immer wieder verschoben, aufgrund persönlichen Interesses und meiner Lebenssituation. Heute suche ich vor allem nach Themen, die Psychologie, Trends und gesellschaftlichen Wandel berühren – mal nachdenklich und kritisch, mal lustig und ironisch. Meine Hauptauftraggeber sind derzeit Brigitte, Barbara, Eltern und Eltern family.

Was blogst du? Verena Carl, schnell und aktuell

www.40-something.de – endlich alt genug.

Seit 2015 bin ich als eine von drei Bloggerinnen auf 40-something unterwegs. Was mich beschäftigt, sind Themen wie diese: Wie kann man ohne Panik leben in einer chronisch kranken Welt? Zwei Wochen ohne Kinder verreisen – Egotrip, Befreiung oder beides? Wie kommt es, dass ausgerechnet Mütter in Teilzeit Gefahr laufen, in den Burnout zu schlittern? Wie funktioniert kollegiales Coaching im Job? Und: Warum um Himmelswillen lernt eine Frau über 40 plötzlich Dudelsackspielen?